Pressemitteilung
01. März 2026

Tarifeinigung im öffentlichen Nahverkehr Schleswig-Holstein erzielt

Nach mehrstündigen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft ver.di im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Schleswig-Holstein auf einen neuen Tarifabschluss verständigt. Die Einigung wurde am Sonntag, 1. März 2026 in der vierten Verhandlungsrunde erzielt. An den Gesprächen zum Manteltarifvertrag waren auf Arbeitgeberseite die vier großen kommunale Verkehrsunternehmen aus Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck beteiligt. Neben finanziellen Verbesserungen stand insbesondere die Forderung der Gewerkschaft nach einem sogenannten Zukunftstarifvertrag sowie einer Überarbeitung der Eingruppierungsregelungen im Mittelpunkt.

Finanzielle Verbesserungen für die Beschäftigten

In allen zentralen Punkten konnten sich die Tarifparteien einigen. Bis 2031 steigt die Jahressonderzahlung für die Beschäftigten von bislang 1.200 Euro auf zuletzt 2.600,00 Euro.

Zudem wurden die tariflichen Zuschläge neu geregelt und für die Beschäftigten verbessert. Die Pauschale für sogenannte geteilte Dienste – also Arbeitseinsätze mit längeren Arbeitszeitunterbrechungen am Tag – wird von derzeit 4,50 Euro in drei Schritten auf 9 Euro verdoppelt.

Darüber hinaus wurde ein finanzieller Ausgleich für die freiwillige Übernahme zusätzlicher Dienste vereinbart. Künftig können außerdem zusätzlich geleistete Arbeitszeiten zeitnah ausgezahlt werden.

Weitere Gespräche zu Eingruppierung und autonomem Fahren

Zur Überarbeitung der Eingruppierungsmerkmale haben sich die Parteien auf weitere Gespräche verständigt. Ergebnisse sollen bis zum 30.6.2028 umgesetzt werden. Auch zum Thema autonomes Fahren wurde eine Regelung getroffen: Sollte diese Technologie konkret eingeführt werden, besteht die Möglichkeit, dafür eigene Tarifverträge abzuschließen.

Arbeitgeber sehen große Herausforderungen

„Wir sind bei dieser Einigung über die Grenzen des Machbaren gegangen“, erklärte Andreas Schulz von der Kieler Verkehrsgesellschaft mbH, stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses für Nahverkehrsbetriebe im Kommunalen Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein. Angesichts angespannter Finanzierungsbedingungen und der Herausforderungen durch die Dekarbonisierung sei der Abschluss für die Unternehmen mehr als anspruchsvoll. Gleichzeitig sagte Schulz, dass er hofft, dass die neuen Regeln die Arbeitsbedingungen weiterhin attraktiv machen – besonders für das Fahrpersonal – und dass dieses hohe Niveau erhalten bleibt.

Auch Jan Jacobsen, Verbandsgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein, betonte den konstruktiven Verlauf der Gespräche. In der vierten Verhandlungsrunde seien beide Seiten aufeinander zugegangen und hätten gemeinsam ein tragfähiges Maßnahmenpaket geschnürt. Dieses trage den Interessen beider Seiten Rechnung: Die Unternehmen könnten ihr Leistungsangebot im Nahverkehr sichern, während die Beschäftigten spürbare Verbesserungen erhielten.

Zustimmung der Gremien steht noch aus

Das Einigungspaket wurde von beiden Verhandlungskommissionen angenommen, steht jedoch noch bis zum 31. März 2026 unter dem Vorbehalt der Genehmigung der entscheidenden Gremien. Für die Arbeitgeberseite signalisierte Jacobsen, dass die Gremien das Ergebnis mittragen werden. Ziel sei es gewesen, weitere Streikmaßnahmen, wie am vergangenen Freitag, zu vermeiden und die Zuverlässigkeit des öffentlichen Nahverkehrs für die Bevölkerung sicherzustellen.

Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2029.

Herausgeber:
KAV - Kommunaler Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein
Reventlouallee 6
24105 Kiel

Pressekontakte
Jan Jacobsen
Verbandsgeschäftsführer
Fon 0431-57922-0
Fax 0431-57590
E-Mail: info@kavsh.de

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